„Namaste“ & 7 Tipps zur interkulturellen Kommunikation in Indien


2015 war Anna Lassonczyk da und schon damals war Indien nicht länger ein Entwicklungsland, sondern befand sich auf Kurs, zur drittgrößten globalen Volkswirtschaft der Welt heranzureifen. Es ist sowohl ein interessanter Produktionsstandort für Deutschland als auch Absatzmarkt und Zielort für Outsourcing. Indiens Wirtschaft wächst und wächst. Der Dienstleistungs- und Agrarsektor stellen die größten wirtschaftlichen Bereiche Indiens dar, danach folgt die Industriebranche, die nicht zu unterschätzen ist, vor allem die indische Software-Industrie. Die Landwirtschaft der Bundesrepublik Indien erfährt jedoch zunehmende Benachteiligung und einen Rückgang, obwohl die Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung darin beschäftigt ist. Somit handelt es sich bei diesem Sektor um das „Problemkind“ der indischen Regierung

Im Gegensatz zum angeschlagenen Agrarsektor sorgt die Dienstleistungsbranche dafür, dass Indiens Wirtschaft wächst und der Wohlstand zunimmt. In der Zukunft gilt Indien, neben China, als einer der wichtigsten Märkte weltweit.

Interkulturelle Kompetenz und Kommunikation

Für eine gelungene interkulturelle Kommunikation benötigen Sie interkulturelle Kompetenz und Verständnis für die kulturelle Andersartigkeit Ihres Ziellandes. Nichtsdestotrotz dürfen Sie auch Verständnis von Ihrem Gegenüber erwarten, denn nur so kann das Geschäft funktionieren.

Eine gelungene interkulturelle Kommunikation ist die Voraussetzung für eine erfolgversprechende und stabile Geschäftsbeziehung sowie ein Garant für die Zufriedenheit Ihrer Kunden, wenn Sie Leistungen und Produkte verkaufen. Aufgrund unserer globalisierten Gesellschaft und der wachsenden Internationalisierung nimmt die Bedeutung der interkulturellen Sensibilisierung zu. Werden Sie sich den kulturellen Unterschieden Ihres Ziellandes bewusst und beachten Sie die kulturellen Besonderheiten. Bewusstsein, Beachtung und Verständnis sind Inhalte interkultureller Kompetenz und somit Bestandteile Ihres Erfolgsrezepts für Ihre geschäftlichen Unternehmungen in Indien.

Darum lohnt es sich, jetzt aktiv zu werden und Geschäftsbeziehungen in Indien voranzutreiben. Nutzen Sie die Möglichkeiten, sich am rasanten Wachstum und Wohlstand in der aufstrebenden Wirtschaftsnation Indien zu beteiligen. In diesem Artikel legen wir Ihnen sieben Tipps nahe, wie Sie geschäftlich interkulturell in Indien kommunizieren können, um Fettnäpfchen zu umgehen und Ihre Ziele erfolgsgekrönt umzusetzen.

 

Die interkulturellen Tipps:

1. In Indien sollten Sie Ihrem Gegenüber stets die rechte Hand zur Begrüßung oder zum Überreichen von Dingen geben, denn die linke Hand gilt in Indien, wie in arabischen Ländern, als unrein.

2. Smalltalk und das Reden über Persönliches ist erwünscht. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie Fragen über Ihr Privatleben, beispielsweise zu Ihrer Familie, gestellt bekommen. Ihre indischen Partner wollen Sie kennenlernen, um Vertrauen zu Ihnen zu gewinnen. Das ist sehr wichtig für eine langfristige und aussichtsreiche Beziehung mit einem indischen Geschäftspartner. Nehmen Sie sich Zeit für den Beziehungs- und Vertrauensaufbau, das wird Ihnen die Zusammenarbeit wesentlich erleichtern.

3. „Ja“ ist nicht gleich „Ja“ in Indien! „Yes, we will see or we will try“ impliziert keine direkte Bejahung, sondern kann als ein höfliches „Nein“ gemeint Zudem kann es sein, dass die Entscheidungsbefugnis nicht gegeben oder vorhanden ist, um Ihnen die für Sie relevante Bestätigung zu geben. Es bestehen starke hierarchische Strukturen, sodass Entscheidungen erst in Rücksprache mit dem Vorgesetzten getroffen werden. Hier gilt auch: Positionsmacht vor Expertenmacht. Dem Vorgesetzten wird grundsätzlich nie widersprochen und seine Entscheidungen werden nicht infrage gestellt.

4. Inder sind im Privat- und Geschäftsleben sehr beziehungsorientiert. Persönliches Vertrauen spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung auf Seiten der indischen Geschäftspart Deswegen ist es notwendig, sich ausreichend Zeit für Gespräche und den persönlichen Kontakt zu indischen Geschäftspartnern nehmen. Wenn Sie eine Frage haben oder Auskunft benötigen, ziehen Sie statt einer E-Mail lieber ein Telefonat vor und erkundigen Sie sich zuerst bei Ihrem Gegenüber nach seinem Befinden, bevor Sie direkt auf den eigentlichen Grund Ihres Anrufs zusprechen kommen.

5. Achtung! Kopfschütteln heißt in Indien „Ja“, anders als in Deutschland, wo es Ablehnung oder Verneinung ausdrückt. Indien gilt als High Context Kultur und pflegt somit einen sehr indirekten, kontextabhängigen Kommunikationsstil. Achten Sie also unbedingt auf den Kontext und auf Nonverbales in der Kommunikation. Vermeiden Sie selbst direkte Kritik und seien Sie großzügig mit Lob.

6. In Indien lässt sich eine polychrone Arbeitsweise finden, d.h. sie erledigen mehrere Dinge gleichzeitig und nebenher. Vor allem liegt ein zyklisches Zeitverständnis vor, das sich von unserem unte Deshalb spielt in Indien Pünktlichkeit und das Einhalten von Terminen eine weniger große Rolle. Somit kann es bei der Zeitplanung zu Missverständnissen oder Konflikten kommen. Legen Sie vorab lieber kleine Etappenziele fest, als nur eine endgültige Deadline, um Unstimmigkeit und Unzufriedenheit auf beiden Seiten zu verhindern.

7. Im Gegensatz zu uns Deutschen sind Inder sehr gefühlsorientiert, weshalb wir auf sie sachlich und rational wirken. Emotionalität und eine ausgeprägte Beziehungskultur sind Teil der indischen Kulturstandards, die Sie immer im Hinterkopf behalten sollten.

Intercultural Success wünscht Ihnen viel Erfolg und bereichernde Erfahrungen in Ihren Geschäftsbeziehungen in Indien!

Einige der Bilder sind perönlich gemacht. Es sind genau 6 Jahre her Anna Lassonczyk in Indien, was für Abenteuer, mit Tiefen und Höhen,  mit Tränen der Freude und Mitgefühls… Wunderschöne Erinnerung. Das Intercultural Team kann es kaum erwarten, bis solche Fernreisen wieder möglich sind… Einfach ein Flug buchen und flieeeeegen….